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IT-Sourcing-Strategie

Mit zunehmender Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und Kunden -insbesondere durch cloudbasierte Services- wird gleichzeitig auch die IT-Dienstleisterlandschaft komplexer. Die Zeiten, wo es genau einen universellen Dienstleister oder interne IT-Organisation für die Bereitstellung aller Services gibt, sind vorbei. Damit einhergehend ist nicht nur die Frage zu beantworten, welcher interne oder externe Dienstleister ist für das Unternehmen der beste, sondern welche Freiheitsgrade hat das Unternehmen in der Vergabe von Services und Teilservices an unterschiedliche interne oder externe Dienstleister.

Um die richtigen Dienstleister (Bezugsquellen) zu finden und zugänglich zu machen, die die gegebenen Aufgabenstellungen und Zielsetzungen entsprechend unterstützen, bedarf es einer allgemeinen wie auch servicespezifischen Sourcing-Strategie. Diese gibt Orientierung darüber, wie grundsätzlich und unter welchen Randbedingungen, im Unternehmen Services und Produkte der IT strategisch beschafft werden.

Dabei reicht es nicht, nur zwischen „Make“ oder „Buy“ zu entscheiden, sondern weitere Merkmale müssen in die Überlegungen mit einbezogen werden, wie geografische Abdeckung, Beschaffungseinheit oder Cloud versus On-Premise. Insbesondere bei international tätigen Unternehmen ist die Einhaltung der unterschiedlichen rechtlichen und regulatorischen Gesetze und Vorgaben von existenzieller Bedeutung.

 

 

Allgemeine Sourcing-Strategie

In der allgemeinen Sourcing-Strategie erfolgt die Festlegung der Rahmenbedingungen und Ziele, die im Sourcing von Services eine allgemeine Gültigkeit haben.

Die Leistungserbringung bzw. das Betriebsmodell zu einem Service, wie aber auch dessen Sourcing selbst, werden generell durch vier Felder mit ihren jeweiligen Einflussfaktoren charakterisiert:

Die Einflussfaktoren bestimmen maßgeblich die Freiheitsgrade, die die Sourcing-Strategie auf strategische Beschaffungen im IT-Bereich einräumt.

Die Sourcing-Strategie soll nicht allein auf der Annahme von Idealbedingungen („grüne Wiese“) basieren, sondern auch die aktuelle Situation (z. B. Standardisierungsgrad, Aktualität) der Service- und Produktlandschaft sowie die Architektur reflektieren. Daher beginnt in der Regel jede Sourcing-Strategie-Entwicklung mit einem auf die Situation angepassten Assessment.

Mittels der Anwendung des HDP-Sourcing-Frameworks erfolgt im finalen Schritt, die Festlegung der möglichen zukünftigen Sourcing-Szenarien.

 

 

Servicespezifische Sourcing-Strategie

Zur Ausgestaltung der spezifischen Sourcing-Strategie basierend auf den Rahmenbedingungen und allgemeinen Zielen, wendet die HDP ein Sourcing-Framework an, welches auf dem bewährten Modell von U. Arnold und M. Eßig aufbaut.

Das HDP-Sourcing-Framework berücksichtigt sechs wesentliche Aspekte der Beschaffung und deren jeweiligen Ausprägungen. Die Festlegung der für den jeweiligen Service relevanten Aspekte und Ausprägung im HDP-Sourcing-Framework erfolgt in durch HDP moderierten Workshops mit den Führungskräften der IT-Organisation.

 

Ergebnis ist, dass mittels des HDP-Sourcing-Frameworks ein Regelwerk vorliegt, aus dem sich die möglichen Sourcing- und Betriebsmodelle als Lösungsmenge für jeden Service belastbar ableiten lassen.

 

Festlegung des Sourcing-/Betriebsmodells

Zur Festlegung des zukünftigen Sourcing- wie auch Betriebsmodells (z. B. Cloud-Services, Shared-Service-Center) wird das aus dem HDP-Sourcing-Framework abgeleitete Regelwerk auf die aktuellen Services, Leistungen, Produkte und Betriebsmodelle angewendet. Zu beachten ist bei der Festlegung des Sourcing-Modells, dass dieses spezifisch zum jeweiligen Service erfolgen muss. Anwendungen, die nicht für Cloud-Computing geeignet sind, müssen weiterhin klassisch betrieben werden, auch wenn die allgemeine Sourcing-Strategie „Cloud-First“ propagiert. In derartigen Fällen ist in die Sourcing-Strategie eine Transformationsplanung für derartige Anwendungen vorzusehen, um die Ziele der allgemeinen Sourcing-Strategie mittelfristig zu erfüllen. Die resultierende Sourcing-Strategie gibt sowohl eine grundsätzliche Orientierung für die Bereitstellung von Services (allgemeine Sourcing-Strategie) wie aber auch Vorgaben, die spezifisch zum jeweiligen Service sind (spezifische Sourcing-Strategie). Der Nutzen dieser Differenzierung liegt darin, jeden Service in Bezug auf seinen aktuellen Lebenszyklus in die Sourcing-Strategie einzubetten.